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29. Oktober 2019

Besuch an einem historischen Balkon

Marko Hofmann

Exkursion zur Prager Botschaft

"Wir sind gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise (Tausendfacher Aufschrei und Jubel... (möglich geworden ist)."

Am Samstag, dem 28.09.2019 nahmen Schülerinnen und Schüler eine einzigartige Möglichkeit wahr...

 

Unter dem Motto „Zug der Freiheit“ reisten wir in einem Originalzug der Deutschen Reichsbahn nach Prag. Mit dabei waren Medien, Politik und unter anderem Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, welche 1989 über die Prager Botschaft der DDR in die BRD ausreisen durften. Während der Zugfahrt hatten wir so die Möglichkeit über die Zeit in der DDR, die Flucht in die Botschaft und die Ausreise in die BRD ins Gespräch zu kommen.

Prag erreichten wir auf dem Bahnhof Libeň. Dies ist die Station, von welcher aus die Züge mit den Botschaftsflüchtlingen in den Westen losfuhren. Nach einem gemeinsamen Mittagessen durften wir am „Fest der Freiheit“ in der Prager Botschaft teilnehmen. Hierbei konnte das Gelände ausgiebig erkundet werden. Es ist beeindruckend sich vorzustellen, dass an diesem Ort 4000 Menschen untergebracht gewesen sind. Sehr interessant war auch eine Podiumsdiskussion mit dem tschechischen Fotografen Antonín Nový (Er schoss das einzige Foto von Genscher in der Prager Botschaft.), der Zeitzeugin Inga Lisse (Sie floh über die amerikanische Botschaft in die Botschaft der BRD.), dem tschechischen Historiker Tomáš Vilímek (Die Ereignisse in der Prager Botschaft waren von großer Bedeutung für die samtene Revolution in Tschechien.), sowie Frank Elbe, dem Bürochef des Bundesaußenministers Genschers (Er organisierte den Termin beim sowjetischen Außenminister, um über eine Ausreise in die BRD zu verhandeln.). Im Anschluss an diese Erfahrungen reisten wir wieder mit dem Originalzug nach Dresden zurück. Dabei konnten wir uns ausgiebig im MITROPA-Speisewagen stärken.

Neben vielen Gesprächen und Impressionen haben wir in Prag auch erfahren, dass der zitierte Redeabschnitt (siehe oben) nur der erste Teil der Rede Genschers ist. Der zweite Teil wurde weniger positiv aufgenommen, da Genscher den Anwesenden erklären musste, dass die Ausreise über das Gebiet der DDR erfolgen müsse. Zu diesem Teil der Rede gibt es allerdings keine Aufnahmen, da der Kameramann bereits auf dem Weg ins Studio war, um die faszinierenden Eindrücke der Welt zugänglich zu machen.

 

Text und Bilder: Lukas Moosdorf