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Grundschule

Freiarbeit: wo?

Simon Hörsch

Serie über die Freiarbeit in der Grundschule, Teil 1

Das Herzstück des Grundschulunterrichts wird nach und nach untersucht. Wo findet die Freiarbeit statt, wann, wer ist in der Freiarbeit beteiligt, warum überhaupt Freiarbeit, wie läuft sie ab?

Im ersten Teil geht es um die Lernorte.

Und davon gibt es eine Menge!

Zuerst einmal hat jeder Grundschüler natürlich seinen Sitzplatz an einer Schulbank, je nach Größe unterschieden. Die kleinsten sitzen auf Stühlen mit lila Punkt, die Größeren auf welchen mit gelben und die ganz großen auf den rot bepunkteten Stühlen. Meistens sind zwei oder drei Schulbänke zu einer Tischgruppe zusammen geschoben. Es gibt aber auch Einzeltische, manche davon stehen zur Wand, damit die Ablenkungen gering sind. Die Zusammenstellung der Tischgruppen und Einzeltische variiert von Klasse zu Klasse, zwischen 24 und 30 Sitzplätzen gibt es aber überall.

Die Kinder stellen zu Beginn des Schultages ihren Ranzen oder ihren Rucksack neben ihrem Tisch ab und bereiten ihren Arbeitsplatz vor. Die meiste Arbeit wird am Tisch verrichtet, da es sich hier am besten schreiben lässt. Oft wechseln Kinder aber auch den Platz, um neben einem Lernpartner arbeiten zu können. Oder wenn Experimente zu machen sind an einen Extra-Tisch. Für Projekte setzen sich die Kinder auch gern an die Tische auf den Fluren.

Ein Besonderheit in Montessorischulen ist die Arbeit auf Teppichen. Diese ermöglichen einen ungestörten, großen und sanften Aufbau von Materialien und eine bessere Übersicht. Die Kinder liegen oder sitzen davor, allein oder zu zweit. Teppich können fast überall im Zimmer ausgelegt werden, zwischen den Tischen ist es allerdings zu eng dafür, weswegen sie meistens zwischen den Regalen oder in der großen Mitte ausgelegt werden.

Die Kinder wechseln also ihren Arbeitsort. Vom Tisch auf den Teppich, dann wieder zurück. Manche Aufgaben muss man auch im Gehen erledigen, zum Beispiel die Arbeit mit den Namenskarten oder Leseröllchen. Eine stetige, ruhige Bewegung findet in der Freiarbeit statt.

Im Klassenzimmer gibt es aber noch mehr Lernorte:

  • in der Leseecke sitzend ein Buch lesen
  • am Computer Lernprogramme oder Recherchen machen
  • am Lehrertisch etwas erklärt bekommen oder zeigen

Ganz wichtig und zentral ist der Kreis. Für diesen gibt es vor der Tafel Platz, alle Kinder und die Lehrerin sitzen dann auf dem Boden nebeneinander. Und singen, erklären, erzählen vom Wochenende, zeigen die Buchvorstellung, geben etwas herum, teilen etwas aus, diskutieren, spielen und und und. Der Kreis ist der Versammlungsort der Klasse.

Ähnlich wie der Kreis ist das "Kino" oder "Theater". Wenn ein Vortrag gehalten wird, setzen sich die anderen Kinder im Halbkreis davor und ermöglichen dadurch eine Bühne.

Außerhalb des Klassenzimmers wimmelt es auch vor Lernorten:

  • auf dem Flur, z.B. um die Sportkiste zu benutzen, einen Vortrag zu üben, einen Teppich auszulegen, am Tisch zu arbeiten
  • auf der Treppe, um Treppenrechnen zu machen, an Projekten zu arbeiten etc.
  • im Foyer, um ... s.o.
  • in einem Nebenzimmer, um bei der Leseoma vorzulesen

Die Freiarbeit ist bewegter Unterricht. Wo jedes Kind arbeiten will, kann es selbst wählen und absprechen.