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Montessori-
Schulzentrum

Das Bistum zeigt sich weltoffen

Marko Hofmann

Unser Beitrag zum Katholikentag 2018

Inmitten international bedeutsamer Kunst lädt der Stand des Bistums Dresden-Meißen beim Katholikentag in Münster zu Kaffee und Gespräch ein. Leipziger Montessori-Schüler haben dafür eigens ein Mitmach-Spiel gestaltet. Ein Gastbeitrag von Dorothee Wanzek

Ähnlich wie beim Kartenspiel „Anno Domini“ können Besucher des Dresdner Bistumsstandes beim bevorstehenden Katholikentag ihr Wissen unter Beweis stellen. Kirchengeschichte ist eines der großen Themenfelder neben „Krieg und Frieden“ sowie historisch bedeutsames Geschehen auf dem Bistums-Territorium.
Wer lebte früher? Johann Sebastian Bach oder Benno von Meißen? Das werden die Katholikentagsteilnehmer spätestens wissen, wenn sie den Dresden-Stand wieder verlassen. Ereignisse wie den Westfälischen Frieden, die Einweihung der Hofkirche oder die Friedliche Revolution gilt es dort in die historisch korrekte Reihenfolge zu sortieren – anders als beim Vorbild „Anno Domini“ nicht in Form von Spielkarten, sondern auf großen griffigen Würfeln. Bevor die Standbesucher in Münster die historischen Ereignisse richtig einordnen, müssen sie sie natürlich erst einmal erkennen.
Der Katholikenrat des Bistums Dresden-Meißen hat Schüler des Bischöflichen Maria-Montessori-Schulzentrums in Leipzig beauftragt, ausgewählte Eckdaten der Geschichte künstlerisch umzusetzen.
Erkennbar und trotzdem rätselhaft
Die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentierten die Elftklässler eines Kunst-Leistungskurses vor Ostern der Geschäftsführerin des Katholikenrates, Stephanie Hauk. Die war begeistert von der künstlerischen Qualität der Bilder. In Gemälden, Tiefdrucken, Holzschnitten und Collagen haben die Jugendlichen die Motive erkennbar dargestellt, aber zugleich doch so, dass es für die Betrachter noch einiges zum Rätseln und zum Nachdenken gibt.
In Anbetracht der dichten Lehrpläne auf dem Weg zum Abitur sei es ein zusätzliches Projekt dieses Umfangs eine Herausforderung gewesen, sagte Kunstlehrerin Rita Barwitzki. Zugleich sei es eine wertvolle Erfahrung gewesen, mit einem realen Auftrag zu arbeiten. Beispielsweise konnten die Kursteilnehmer lernen, unter dem Druck eines Abgabetermins schöpferisch zu arbeiten, und die Kreativität neu hervorzulocken kann, wenn die Arbeit ins Stocken geraten ist.
Auf einen Kaffee ins Max-Klinger-Atelier
Nach dem letzten Feinschliff der Schülerinnen und Schüler wird der Leipziger Grafiker Thomas Klemm die Werke bis zum Ende des Monats auf die Spiel-Würfel bringen, damit es zum Start des Katholikentags am 9. Mai in Münster verfügbar ist. In Klemms Händen liegt die gesamte Gestaltung des Bistumsstandes. Das Gastgeberbistum des vorherigen Katholikentags präsentiert sich auf rund fünfzig Quadratmeter Fläche nicht nur größer, sondern auch auffälliger als gewohnt.
Wer sich hier zu einer Tasse Kaffee einladen lässt, soll sich fühlen, als sei er im Atelier des Leipziger Künstlers Max Klinger (1857 – 1920). Für diesen weitgereisten und international bekannten Maler und Bildhauer habe sich der Katholikenrat bewusst entschieden, erläutert Stephanie Hauk. Sein Name stehe für die Weltoffenheit. In jüngster Zeit werde Sachsen deutschlandweit zunehmend in Zusammenhang mit Fremdenfeindlichkeit wahrgenommen. Mit dem Bistumsstand solle deutlich werden, dass die Christen in Sachsen und Ostthüringen Fremden gegenüber aufgeschlossen sind.
Zur Kulisse des Standes gehören sechs Drucke von international bedeutenden Kunstwerken aus hiesigen Museen, die jeweils in Bezug zu einem Wort aus der Bibel gesetzt werden und zu einem Ereignis oder Thema, das die Bevölkerung aktuell bewegt.