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Hort

Clubkinder engagieren sich politisch!

Michael Schneider

Nein zu Kükenschreddern!!!

Nach der Klassenfahrt im Mai 2016 kamen einige Viertklässler erregt in den Club mit dem Wunsch gegen das Kükenschreddern zu demonstrieren.

Ein selbst geschriebener Text war schon aus einer eigenständigen Internetrecherche entstanden.

Die Idee einer Unterschriftenaktion gegen das Kükenschreddern wurde von allen anwesenden Kindern für gut befunden.

Aber was tun mit den gesammelten Unterschriften war die Frage?

Man fasste schließlich den Beschluss, dass Angie da was machen muss!

Nun wurde ein Brief an Angela Merkel verfasst.

In der Woche vor den Ferien sind wir auf den Straßen Grünaus auf die Jagd nach Unterschriften gegen das Kükenschreddern gegangen.

Kinder die anfänglich nur zögernd Passanten ansprachen, gewannen im Tun immer mehr Sicherheit und präsentierten ihr Anliegen immer wortgewandter.

Die Kinder erlebten unterschiedliche Reaktionen und wussten diese einzuordnen und ihnen zu begegnen.

Auf ein "Dagegen kann man sowieso nichts machen. Die machen sowieso, was sie wollen.", kam von den Kindern freundlich aber bestimmt ein "Aber man kann es wenigstens versuchen."

Es gab auch einen Passanten, der einen Vortrag über die goldenen DDR-Zeiten hielt, in denen solch barbarischer Umgang mit Küken natürlich nicht stattfand. Nein, aus den Hähnchen sind die wunderbaren Broiler entstanden ... und überhaupt war ja früher vieles besser. Die Kinder haben mit großen Augen zugehört und nachher wissen wollen, ob das alles genauso stimmt.

Nun, dem Vortraghaltenden hat das Publikum gut getan und die Kinder haben eine Meinung gehört, die nicht einmalig ist.

Viele Passanten waren sehr aufgeschlossen, lobten das Engagement der Kinder und machten ihnen Mut.

Am letzten Schultag wurde der Brief an Angela Merkel der Deutschen Bundespost anvertraut.

Am 12 Juli kam die Antwort des Bundeskanzleramtes. Ilka Scholz, die neue Galionsfigur des Hortes, war sehr überrascht, dass sogar das Bundeskanzleramt sich für den Hort des Montessori-Schulzentrums interessiert.

Die Kinder haben keine Pauschalantwort bekommen. Ihnen wurde die Aufgabe gestellt sich mit dem Unterschied von Hühnern und Hähnchen in der Aufzucht im Biologieunterricht zu beschäftigen. Und mit dem Weg, den das Bundesministerium für Landwirtschaft aus diesem Dilemma gewählt hat. Dass an einer Methode gearbeitet wird, die Eier, aus denen männliche Küken schlüpfen von denen, aus denen weibliche Küken schlüpfen, zu unterscheiden. So kann vor dem Ausbrüten und Schlüpfen eine Auswahl getroffen werden und das Töten männlicher Küken wird nicht mehr nötig sein.

Mit dieser Antwort konnten sich die Kinder anfreunden. Sie sind ernst genommen worden und haben erlebt, dass es eine Antwort gibt von den Ämtern, die uns regieren.


von Friederike und den Clubkindern