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Gymnasium

Karamellcreme mit Meersalz und vieles meer...;-)

Marko Hofmann

Erste Bretagnefahrt 3. bis 9.Mai 2017

Endlich haben wir wieder einen Frankreichaustausch Und er führte uns bis ans äußerste Ende Frankreichs, in die 1800 Kilometer entfernte Bretagne, eine halbe Stunde vom Atlantischen Ozean. In dieser Gegend, wo man auch die Minderheitensprache „Bretonisch“ spricht, Crêpes, Meersalzbutter, Meeresfrüchte, Karamellcreme mit Meersalz isst und Cidre trinkt. Unsere Austauschschule heißt Collège St. Barbe und dort werden 150 Schüler der Klasse 6-9 unterrichtet.

Aber fangen wir von vorne an: Wir waren zwei Tage mit dem Zug auf Reisen, zwei Tage in der Schule und drei Tage in den Gastfamilien. Auf der Hinreise über Frankfurt a.M. hatten wir zwei Stunden Aufenthalt in Paris und wagten uns samt Gepäck in die verwunschenen Gassen, in denen gerade die Pariser ihr Mittag aßen, um bis zum Jardin du Luxembourg zu schlendern. Dort bestaunten wir den romantischen Park, eckig gestutzte Bäume, den Palais du Luxembourg und Palmen. Im Gare de Montparnasse (dem Westbahnhof)wagten wir uns eine Kleinigkeit auf Französisch zu kaufen. 19Uhr kamen wir bei den Familien an, die alle sehr freundlich empfingen und gut französisch zu Abend essen ließen.

Am ersten Tag lernten wir alle französischen Austauschschüler in einem „Speeddating“ kennen, die seit anderthalb Jahren Deutsch lernten, und stellten sie den anderen auf Französisch vor. Überhaupt haben wir viel im „Tandem“ gearbeitet, d.h. immer ein französischer und ein deutscher Schüler, die sich gegenseitig halfen, sich in der Zielsprache verständlich auszudrücken. So haben wir im Tandem die Schule, bretonische Tänze, die Gegend und ein Museum kennengelernt. Wir hatten das Glück ein Theaterstück von Molière miterleben zu dürfen, konnten aber auch wahlweise am Unterricht teilnehmen.

Die Schule

 

Dern zweiten Tag verbrachten wir damit, die Sehenswürdigkeiten von „Le Faouet“ zu besichtigen und in kleinen Vorträgen dazu Geschichtliches zu erfahren. Die Wanderung führte uns bis in die im Grün versteckte Chapelle St. Barbe, eine Kirche wie aus dem Märchenbuch mit Moos bewachsenen Bögen, Wasserspeiern und Treppen. Auch eine Wunschquelle ist ganz in der Nähe und ein Fluss, in dem wohl die meisten wildlebenden Lachse laichen.

Chapelle St. Barbe und der Wald.

 

Es war schön, die ersten zwei Tagen viel in der Gruppe beisammen zu sein. Sich auch noch mit den Freunden austauschen zu können, so dass die Abende nicht zu lang in den Familien wurden, denn zuerst ist es ganz schön anstrengend immer in einer Fremdsprache zu reden und sich ständig zu konzentrieren.
Am Wochenende zeigten einem die Familien alles, aber wirklich alles, was ihre Heimat zu bieten hat. Oft wurden auch Oma, Onkel und Tante besucht und lange Ausflüge unternommen. Die meisten Tandems hatten sich dann am Samstag zum gemeinsamen Tretbootfahren verabredet, wo die quirligen Franzosen sich ins Wasser fielen ließen, um anschließen auf einer kleinen Privatfete im Hotel eines Mitschülers wild zu tanzen, zu essen und zu lachen, sodass Verständigung gar kein Thema mehr war, sondern nur noch SPASS!
Am Sonntag waren Wahlen in Frankreich, ein neuer Präsident wurde mit Spannung gewählt. Die meisten Deutschen gingen mit zur Wahlurne und ließen sich alles erklären und am Abend war dann klar: der neue Präsident heißt Emmanuel Macron, 39 Jahre jung, der jüngste französische Präsident aller Zeiten.
Am Montag trafen wir uns am Strand beim Abschiedspicknick bei 20Grad und Sonnenschein. Frau Hermann war sooo neugierig, wie es ihren Schützlingen ergangen ist und musste schmunzeln, als sich eine Schülerin darüber wunderte, dass sie auf Französisch gedacht hatte, als sie überlegte, was sie wohl ihren Eltern von dem Tag erzählen sollte. Andere meinten, dass sie erst hier verstanden hätten, wozu man eigentlich diese ganzen Vokabeln und unregelmäßigen Verben lernt. Überhaupt war der Aufenthalt VIEL ZU KURZ, 2 Wochen wären wohl gut gewesen. Denn jetzt mussten wir schon wieder nach Hause. Bloß gut, dass es im Zug Internet gab, sodass man mit den Austauschpartnern und dem Rest der Welt in Verbindung bleiben konnte. Der Abschied war sehr herzlich und alle freuen sich schon auf ein Wiedersehen im November, vielleicht packen schon einige im August ihre Koffer, wenn sie allzu neugierig auf Leipzig sind, denn da haben die Franzosen noch Ferien.
Wir freuen uns auf alle Fälle auf die nächste Fahrt, mal sehen, wer sich dieses Mal auf die Reise in eine französische Familie macht.

Text: K. Hermann